Tadschikistan 23.04.2020

#FreeThemAll: Daler Scharipow

© dpa

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die Behörden in Tadschikistan erneut dazu aufgefordert, den Journalisten Daler Scharipow freizulassen. Scharipow, der über Innenpolitik und Religionsfreiheit schreibt und als Regierungskritiker gilt, war ursprünglich am 28. Januar festgenommen worden. Zwei Tage später wurde er wegen „Anstiftung zu ethnischem, rassischem und religiösem Unfrieden“ angeklagt. Am 13. April erschien er in der Hauptstadt Duschanbe erstmals vor Gericht. Laut der Staatsanwaltschaft soll Scharipow zwischen 2013 und 2019 an der Veröffentlichung von mehr als 200 „Artikeln und Kommentaren mit extremistischen Inhalten“ beteiligt gewesen sein. Der Journalist habe darüber hinaus 2006 einen Text herausgegeben, der im Zusammenhang mit der Muslimbruderschaft stehe und in Tadschikistan verboten sei.

So wie Scharipow wurden in Tadschikistan jüngst auch andere Journalisten mit muslimischen Wurzeln von den Behörden verfolgt. So stellte die Regierung zuletzt etwa einen Auslieferungsantrag für den Journalisten und Aktivisten Farhod Odinajew, der sich in Weißrussland in Haft befindet.



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