Eritrea / Schweden 01.05.2021

#FreeThemAll: Dawit Isaak

Blick auf eine Stadt
Asmara, Hauptstadt von Eritrea © picture alliance / imageBROKER / Michael Runkel

Die Organisation Reporter ohne Grenzen und eine Reihe weiterer Nichtregierungs- und Menschenrechtsorganisationen haben die schwedische Staatsanwaltschaft für die Entscheidung kritisiert, keine Ermittlungen zu etwaigen Menschenrechtsverletzungen im Fall Dawit Isaak aufzunehmen.

Der schwedisch-eritreische Journalist Isaak wurde im November 2005 zum letzten Mal öffentlich gesehen. Damals war der Journalist, der zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre ohne Anklage im Gefängnis verbracht hatte, kurzfristig aus der Haft entlassen und von den eritreischen Behörden in ärztliche Obhut übergeben worden. Mediziner sollten Verletzungen behandeln, die dem Journalisten während seines Gefängnisaufenthalts durch Folter zugefügt worden waren. Einen Tag später wurde Isaak jedoch erneut inhaftiert und verschwand daraufhin spurlos.

Als Verleger von Setit, der ersten unabhängigen Zeitung Eritreas, hatte Isaak es gewagt, Briefe zu veröffentlichen, in denen einige Minister den eritreischen Präsidenten Isayas Afewerki zu Reformen aufgerufen hatten. Seit Isaaks erneuter Verhaftung weigert sich die Regierung, Informationen zu seinem Verbleib herauszugeben. Von den zehn anderen Medienschaffenden, die 2001 zusammen mit Isaak verhaftet wurden, sind nach Informationen von Reporter ohne Grenzen mittlerweile sieben im Gefängnis verstorben.



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