Äthiopien 30.12.2019

#FreeThemAll: Fekadu Mahtemework

Addis Abeba
Addis Abeba © picture alliance/dpa

Seit mittlerweile zwei Monaten befindet sich der Journalist Fekadu Mahtemework in Äthiopien in Haft. Am 22. Oktober nahmen Polizisten Mahtemework in der Hauptstadt Addis Abeba fest, nachdem ein Gericht ihn wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und einer Geldstrafe von umgerechnet rund 200 Euro verurteilt hatte.

Unabhängige Beobachter wie das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) zweifeln die Vorwürfe gegen Mahtemework jedoch an. Nicht zuletzt weil die ursprüngliche Anzeige gegen den Journalisten aus dem Jahr 2014 stammt. Damals bezichtigte das äthiopische Justizministerium verschiedene Publikationen, darunter auch das Wochenmagazin Enku, für das Mathemework arbeitet, Falschnachrichten zu verbreiten und das öffentliche Vertrauen in die staatlichen Institutionen zu untergraben. Später wurden gleich mehrere Publikationen und Journalisten wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Daraufhin flüchteten eine ganze Reihe von Medienschaffenden ins Ausland.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Äthiopien auf Platz 110 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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