China 03.08.2020

#FreeThemAll: Gui Minhai

Tucholsky-Preis für Gui Minhai © picture alliance/AP Photo

Drei Jahre nach dem Tod des Menschenrechtsaktivisten Liu Xiaobo schweben in China auch heute weiterhin mehrere inhaftierte Regierungskritiker in akuter Lebensgefahr. Einer von ihnen ist der Publizist Gui Minhai, der laut Informationen der Organisation Reporter ohne Grenzen bereits seit geraumer Zeit an einer Nervenkrankheit leidet. 

Minhai war 2015 bei einem Urlaub in Thailand spurlos verschwunden und später in einem Gefängnis in China wieder aufgetaucht. Beobachter gehen davon aus, dass der Publizist vom chinesischen Geheimdienst verschleppt wurde. Zwar wurde Minhai im Oktober 2018 freigelassen, nur drei Monate später nahmen ihn die chinesischen Behörden jedoch erneut fest. 

2019 erhielt Minhai für seine „unermüdliche Arbeit für das freie Wort“ den Tucholsky-Preis. Damit trotzte die schwedische Sektion des PEN-Clubs, die den Preis verleiht, dem Druck der chinesischen Regierung, die im Vorfeld der Preisverleihung „Gegenmaßnahmen“ angekündigt und auf eine Absage der Veranstaltung hingewirkt hatte.



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