Syrien 22.02.2021

#FreeThemAll: Hala Jerf

Auf einer Straße von Damaskus fahren Autos und Motorroller; am linken und rechten Starßenrand stehen Bäume. Im Hintergrund ist ein Kreisverkehr mit einem großen Springbrunnen zu sehen, hinter dem sich helle Häuser über weite Berge erstrecken.
Damaskus, Hauptstadt von Syrien © picture alliance / dpa / TASS / Sergei Bobylev

In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am 30. Januar die Journalistin Hala Jerf festgenommen worden. Jerf, die als Moderatorin für den staatlichen Fernsehsender Syrian TV arbeitet, hatte sich vor ihrer Festnahme in eine Reihe von Facebook-Beiträgen kritisch über die politische Lage in ihrer Heimat geäußert und kritisiert, dass sich Syrien auf dem Weg zurück in „die Steinzeit“ befinde. Lokalen Medienberichten zufolge soll sich die Journalistin demnächst wegen „Untergrabung des nationalen Gedankens“ und „Verleumdung des Staats“ vor Gericht verantworten.

Laut einer Stellungnahme der syrischen Journalistengewerkschaft wurden am Tag von Jerfs Verhaftung auch sieben weitere Medienschaffende festgesetzt. Auf die Razzia angesprochen, sagte ein Vertreter des syrischen Innenministeriums, es habe sich um einen Einsatz zur „Bekämpfung der Verbreitung von Falschnachrichten und Gerüchten“ im Internet gehandelt. Die Organisation Reporter ohne Grenzen äußerte sich in einer Pressemitteilung besorgt über die Verhaftungswelle. „Es muss syrischen Journalisten erlaubt sein, den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger Ausdruck zu verleihen, ohne dafür belangt zu werden“, so eine Vertreterin der Organisation.



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