#FreeThemAll: Hossam al-Sayyed | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Ägypten 16.01.2020

#FreeThemAll: Hossam al-Sayyed

Flagge Ägypten
© picture alliance

Im Zuge regierungskritischer Proteste sind in Ägypten seit Mitte September vergangenen Jahres mehr als 30 Journalisten verhaftet worden. Einer von ihnen ist Hossam al-Sayyed. Dieser wurde am 26. November zusammen mit seiner Frau, der Journalistin Solafa Magdy, in Kairo festgenommen. Kurz zuvor hatte er sich in sozialen Netzwerken kritisch über die anhaltende Repressionswelle gegen Medienschaffende in Ägypten geäußert. Nur zwei Tage vor al-Sayyeds Festnahme waren im Zuge einer Polizeirazzia bei dem unabhängigen Nachrichtenportal Mada Masr bereits vier Journalisten in Gewahrsam genommen worden.

Während Solafa Magdy vorgeworfen wird, Falschnachrichten verbreitet zu haben, soll al-Sayyed laut Staatsanwaltschaft „Mitglied einer terroristischen Organisation“ sein. Details zu den Vorwürfen gegen al-Sayyed sind nicht bekannt. Unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist Ägypten eines der Länder mit den meisten inhaftierten Journalisten geworden. Manche werden jahrelang ohne Anklage oder Urteil festgehalten, andere in Massenprozessen zu langen Haftstrafen verurteilt. Auf der Rangliste der Pressefreiheit liegt Ägypten auf Platz 163 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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