Kamerun 14.01.2020

#FreeThemAll: Irène Mbezele

Yaounde, Kamerun
Yaounde, Kamerun © dpa

In Kamerun ist Irène Mbezele, die als Reporterin für die Zeitschrift Kalara arbeitet, zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von umgerechnet 2300 Euro verurteilt worden. Ein Gericht in Jaunde sprach Mbezele zusammen mit dem Verleger der Zeitschrift, Christophe Bobiokono, wegen „Verleumdung“ und der „Beleidigung staatlicher Institutionen“ schuldig.

Anlass für die Anklage waren zwei im Oktober vergangenen Jahres in der Zeitschrift Kalara erschienene Artikel, in denen der Parlamentarierin Faustine Fotso politische Einflussnahme auf die Justiz vorgeworfen worden war. Die Artikel enthielten Zitate von Fotso, die sich auf einer Party damit gebrüstet hatte, Gerichtsentscheidungen steuern zu können.

Arnaud Froger, Chef des Afrikabüros von Reporter ohne Grenzen, kritisierte das Urteil gegen Mbezele und Bobiokono scharf. Es sei ein weiterer Versuch, kritische Medienschaffende in Kamerun mundtot zu machen und eine Zeitschrift, die investigativen Journalismus betreibt, aus dem Weg zu räumen.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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