Iran 22.10.2019

#FreeThemAll: Kiumars Marzban

Stadtansicht Teheran
Teheran © picture alliance/imageBROKER

Der Autor und Satiriker Kiumars Marzban wurde am 26. August 2018 in Teheran verhaftet. Zuvor war ein Einsatzkommando der Iranischen Revolutionsgarden in sein Haus eingedrungen und hatte mehrere Wertgegenstände konfisziert, darunter auch ein privates Handy und einen Laptop.

Im Juli dieses Jahres verurteilte das Islamische Revolutionsgericht Marzban dann wegen „Zusammenarbeit mit einem feindlichen Staat“, „Beamtenbeleidigung“ und „Propaganda gegen den islamischen Staat“ zu einer Haftstrafe von elf Jahren. Ein Berufungsgericht in Teheran hat das Urteil mittlerweile bestätigt. Dem 26-Jährigen, der seit einigen Jahren satirische Kurzfilme produziert, war in dem Prozess unter anderem vorgeworfen worden, mit ausländischen Rundfunksendern kooperiert zu haben. Neben Marzban wurden im Iran in den letzten Wochen auch zwei weitere Journalisten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt der Iran auf Platz 170 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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