#FreeThemAll: Mahmud Tim Kargbo | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Sierra Leone 15.11.2019

#FreeThemAll: Mahmud Tim Kargbo

Freetown Stadtandsicht
Freetown © picture alliance/Michael Fischer/dpa

In Sierra Leone ist der Journalist Mahmud Tim Kargbo wegen „Verleumdung und übler Nachrede“ angeklagt worden. Kargbo, der als freier Journalist in Freetown arbeitet, war am 12. September dieses Jahres verhaftet und für zwei Tage festgehalten worden. Zuvor hatte Miatta Samba, ein Berufungsrichter, Anzeige gegen ihn erstattet. Laut Recherchen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) wird Kargbo in der Anklageschrift zur Last gelegt, Falschinformationen über Samba verbreitet zu haben. Am 9. September hatte der Journalist auf seinem Facebook-Profil und über den Nachrichtendienst WhatsApp einen Bericht verbreitet, in dem Samba dafür kritisiert wurde, die Haftstrafen gegen mehrere Lokalpolitiker zur Bewährung ausgesetzt zu haben. Eine schriftliche Entschuldigung, die der Journalist kurz nach seiner Verhaftung an Samba übermittelte, ist laut seiner eigenen Aussage unter Druck von Polizeibeamten entstanden. Sollte der Anklage gegen Kargbo stattgegeben werden, dann droht ihm eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Sierra Leone auf Platz 86 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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