#FreeThemAll: Moataz Wednan | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Ägypten 21.02.2020

#FreeThemAll: Moataz Wednan

Ägyptische Polizeikräfte
Ägyptische Polizeikräfte © picture alliance / NurPhoto

In Ägypten befindet sich der Journalist Moataz Wednan seit nunmehr zwei Jahren in Administrativhaft. Wednan, der für die arabische Ausgabe der Huffington Post schrieb, war ursprünglich im Februar 2018 verhaftet worden. Kurz vor den damaligen Präsidentschaftswahlen in Ägypten hatte der Journalist den Richter Hisham Genena interviewt, der zum Wahlkampfteam des möglichen Präsidentschaftskandidaten Sami Anan gehört hatte. In dem Gespräch ging es um Dokumente, die die Regierung um Präsident Abdel Fattah al-Sisi hätten belasten können und womöglich im Besitz von Anan waren.

Nachdem Anan im Januar 2018 verhaftet wurde, folgte einen Monat später Wednans Festnahme. Gegenüber Amnesty International erklärte sein Anwalt später, Wednan sei beim Verhör geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert worden. Der Staatsanwalt warf dem Journalisten „Zugehörigkeit zu einer verbotenen Vereinigung“ und „Veröffentlichung von Fake News“ vor. Die Staatsanwaltschaft ordnete zunächst 15 Tage Haft an. Bis heute ist der Journalist jedoch weder rechtskräftig verurteilt noch aus dem Gefängnis entlassen worden.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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