Afghanistan 15.09.2021

#FreeThemAll: Nahid Bashardost

Verhüllte Frauen und ein traditionell afghanisch gekleideter Mann nach der Machtübernahme der Taliban.
Alltagsleben in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban. © picture alliance / AA | Stringer

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat sich erneut besorgt über die Entwicklung der Medienlandschaft in Afghanistan und insbesondere über die Zukunftsperspektiven der weiblichen Medienschaffenden im Land geäußert. „Journalistinnen müssen so schnell wie möglich wieder uneingeschränkt arbeiten können“, so RSF-Geschäftsführer Christian Mihr in einer Stellungnahme. Dies sei „ihr grundlegendes Recht“ und „unerlässlich für ihren Lebensunterhalt“. Laut RSF-Recherchen hätten die vergangenen Tage und Wochen gezeigt, dass die Behauptung der Taliban, die Pressefreiheit respektieren zu wollen und Journalistinnen weiterhin arbeiten zu lassen, nicht der Wahrheit entsprächen. So sei die Zahl der Frauen, die für die acht größten Medienunternehmen des Landes arbeiteten, zuletzt allein in der Hauptstadt Kabul von mehr als 500 auf unter 80 gesunken. Und auch in den Provinzen Herat und Balch seien die meisten Journalistinnen laut Recherchen von RSF und dem Zentrum für den Schutz afghanischer Journalistinnen (CPAWJ) dazu gezwungen worden, ihre Arbeit einzustellen.

Obwohl mittlerweile laut Medienberichten wieder einige Reporterinnen privater afghanischer Fernsehsender auf Sendung sind, kommt es seit der Machtübernahme der Taliban vermehrt zu Übergriffen gegen Journalistinnen, die von Straßen und öffentlichen Plätzen berichten. So wurde zuletzt die Reporterin Nahid Bashardost, die im Auftrag der unabhängigen Nachrichtenagentur Pajhwok vom Flughafen Kabul berichtete, von Taliban-Kämpfern geschlagen. Andere Journalistinnen schilderten gegenüber RSF, dass Taliban-Wachen vor verschiedenen Medienhäusern stationiert wurden, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Arbeit zu hindern.



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