Indien 28.09.2020

#FreeThemAll: Rajeev Sharma

Medienschaffende protestieren mit Schildern gegen die Einschränkung ihrer Arbeit
© picture alliance / NurPhoto / Faisal Khan

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die indischen Behörden dazu aufgerufen, den Journalisten Rajeev Sharma umgehend freizulassen. Sharma, der als freier Journalist in Delhi arbeitet, war am 14. September festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen vertrauliche Informationen an den chinesischen Geheimdienst weitergeleitet zu haben. Ein Gericht in Delhi verlängerte seine Untersuchungshaft zuletzt für eine weitere Woche.

In einer Pressekonferenz ließen Vertreter der örtlichen Polizei verlauten, dass Sharma unter Indiens sogenanntem Official Secrets Act angeklagt werden soll. Für die Weitergabe der Geheimdokumente habe der Journalist von chinesischen Mittelsmännern rund 3 Millionen Rupien, umgerechnet mehr als 34.000 Euro erhalten. Um was für Geheimdokumente es sich handeln soll, legten die Behörden nicht offen.

Kollegen des Journalisten vermuten derweil, dass seine Verhaftung andere Gründe haben könnte. Am Tag seiner Verhaftung veröffentlichte Sharma auf seinem YouTube-Kanal Rajeev Kishkindha zwei Videos. In einem kritisierte er die Haltung der indischen Regierung gegenüber China, in dem anderen verurteilte er die zunehmende Staatshörigkeit der indischen Leitmedien.



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