Indien 26.10.2019

#FreeThemAll: Ravi Prakash

Indische Polizei
Indische Polizei © picture alliance

Wenn es nach den indischen Behörden geht, dann befindet sich der Journalist Ravi Prakash seit dem 5. Oktober dieses Jahres wegen „Unternehmensbetrugs“ in Haft. Laut Recherchen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) könnte der tatsächliche Grund für seine Festnahme jedoch seine Berichterstattung sein.

Prakash hatte auf dem YouTube-Kanal der von ihm gegründeten Nachrichten-Website „Tolivelugu“ zwei Interviews veröffentlicht, in denen es um den Streik von 50.000 Angestellten eines staatlichen Verkehrsunternehmens ging. Im Zuge der Gespräche hatten Prakashs Interviewpartner den Chief Minister des indischen Bundesstaats Telangana, Kalvakuntla Chandrashekhar Rao, kritisiert und ihm Korruption vorgeworfen. Zwei Mitarbeiter von Tolivelugu sagten nun aus, dass die Redaktion mehrmals von den Behörden dazu aufgefordert worden war, die Interviews zu löschen. Erst nachdem Prakesh die Forderung zurückgewiesen habe, sei er verhaftet worden.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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