#FreeThemAll: Sallieu Tejan Jalloh | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Sierra Leone 26.11.2019

#FreeThemAll: Sallieu Tejan Jalloh

Freetown Stadtansicht
Freetown Stadtansicht © picture alliance/imageBROKER

Reporter ohne Grenzen hat die Behörden in Sierra Leone dazu aufgefordert, die Anklage gegen den Journalisten Sallieu Tejan Jalloh fallen zu lassen. Der Redaktionsleiter der sierra-leonischen Zeitschrift „The Times“ soll sich vor einem Gericht in Freetown wegen „Verleumdung“ und „übler Nachrede“ verantworten. Dabei bezieht sich die Anklage gegen Jalloh auf einen Artikel, den er noch gar nicht verfasst hat: Kurz vor seiner Festnahme am 11. November hatte der Journalist zu einem Korruptionsfall recherchiert, in den auch Regierungsmitarbeiter involviert sein sollen.

Laut eigenen Aussagen wurde Jalloh nach seiner Verhaftung von Beamten des sogenannten Criminal Investigations Department für 24 Stunden festgehalten. Als er sich weigerte, ihnen seine Quellen zu nennen, bedrängten sie ihn. Sollte der Journalist verurteilt werden, dann drohen ihm bis zu drei Jahre Haft. Assane Diagne, der Leiter des Westafrika-Büros von Reporter ohne Grenzen, bezeichnete das Verfahren gegen Jalloh als „bizarr“.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Sierra Leone auf Platz 86 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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