Niger 30.07.2020

#FreeThemAll: Samira Sabou

© picture alliance / imageBROKER | Carsten Reisinger

In Niger befindet sich die Journalistin Samira Sabou seit nunmehr fast zwei Monaten in Haft. Sabou, die als Redakteurin für die Nachrichtenseite Niger Search und als Managerin für die Webseite Mides-Niger arbeitet, war am 10. Juni festgenommen worden, nachdem sie von Sani Mahamadou Issoufou, dem Sohn des Präsidenten Mahamadou Issoufou, wegen „Verleumdung“ angezeigt worden war. 

Laut Medienberichten geht die Anzeige gegen Sabou auf einen Facebook-Post aus dem Monat Mai zurück, in dem die Journalistin sich kritisch über den Sohn des Präsidenten, der gleichzeitig auch als dessen Stabschef agiert, geäußert hatte. Sollte Sabou wegen „Verleumdung durch elektronische Kommunikationsmittel“ verurteilt werden, dann drohen ihr eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren und eine Geldstrafe von umgerechnet bis zu 8.000 Euro. Derzeit befindet sich Sabou in einem Gefängnis in der Hauptstadt Niamey. Bis zum Beginn der Gerichtsverhandlungen soll sie in Untersuchungshaft bleiben.

Sowohl die Organisation Reporter ohne Grenzen als auch das komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) haben die Behörden in Niger bereits mehrfach dazu aufgefordert, Sabou freizulassen und das Verfahren einzustellen.



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