Iran 17.09.2019

#FreeThemAll: Sanas Allahyari

Iranische Flaggen
Iranische Flaggen © picture alliance/ZUMA Press

In keinem anderen Land der Welt sitzen gegenwärtig mehr Journalistinnen im Gefängnis als im Iran. Wer sich kritisch über das iranische Regime äußert oder politisch brisante Themen recherchiert, läuft Gefahr, von den Behörden festgesetzt zu werden. So erging es auch Sanas Allahyari, einer Redakteurin des Online-Magazins „Gam“. Am 9.Januar dieses Jahres verhafteten iranische Polizisten die 33-jährige Journalistin zusammen mit ihrem Mann, Amir Hussein Mohammadi Fard – seines Zeichens Chefredakteur von „Gam“. Nach mehreren Monaten unter Arrest wurden sowohl Allahyari als auch Mohammadi Fard Anfang August zu einer Gefängnisstrafe von 18 Jahren verurteilt. Ein islamisches Revolutionsgericht sprach sie wegen „Verbreitung von Propaganda“, „Veröffentlichung von Lügen“ und „Verschwörung gegen den Staat“ schuldig.

Für „Gam“ hatten Allahyari und Mohammadi Fard unter anderem über gewerkschaftliche Proteste und Arbeitskämpfe in der Provinz Chusistan berichtet. Bereits im Februar 2009 war Allahyari für 17 Tage von der iranischen Polizei festgesetzt worden, weil sie sich als Mitglied einer Studentenorganisation für die Gleichberechtigung von Frauen ausgesprochen hatte.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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