#FreeThemAll: Sebastian Atilio | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Tansania 12.10.2019

#FreeThemAll: Sebastian Atilio

Polizist in Tansania
Polizist in Tansania © picture alliance / AP Photo

In Tansania droht dem Journalisten Sebastian Atilio für das Versenden einer WhatsApp-Nachricht eine mehrjährige Haftstrafe. Atilio, der in der Vergangenheit unter anderem als Hörfunkreporter für Radio Maria Tanzania und Key FM Tanzania arbeitete, war am 7. September dieses Jahres festgenommen worden. Anlass für seine Verhaftung war laut übereinstimmenden Medienberichten ein Post in der Mufundi Media Group, einer WhatsApp-Chatgruppe, in der sich mehr als 170 Teilnehmer aus der Regierung, den Medien und der Zivilgesellschaft regelmäßig über soziale und politische Themen austauschen. In der Nachricht hatte Atilio sich kritisch über die Landansprüche des Konzerns Unilever Tea Tanzania in Iringa geäußert.

Laut seinem Anwalt wird Atilio vorgeworfen, „Falschnachrichten verbreitet“ und „ohne Akkreditierung gearbeitet“ zu haben. Sollte der Journalist schuldig gesprochen werden, dann droht ihm gemäß dem Media Services Act, der in Tansania seit 2016 gilt, eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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