Indien 15.05.2021

#FreeThemAll: Siddique Kappan

Blick auf eine Stadt
Neu-Delhi, Hauptstadt von Indien © picture alliance / NurPhoto / Mayank Makhija

In dem nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh wird der Journalist Siddique Kappan mittlerweile seit mehr als sieben Monaten festgehalten. Seit zwei Wochen soll sich Kappan zudem laut Informationen der Organisation Reporter ohne Grenzen in einem kritischen Gesundheitszustand befinden.

Ursprünglich verhaftet wurde Kappan im Oktober 2020 auf dem Weg von der indischen Hauptstadt Delhi in die Stadt Hathras. Dort wollte der Journalist über die mutmaßliche Massenvergewaltigung an einer 19-jährigen Frau berichten. Der Fall hatte in Indien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst und für eine Reihe von Demonstrationen gesorgt. Nach seiner Verhaftung warfen die Behörden in Uttar Pradesh Kappan vor, auf seiner Reise „verdächtige Literatur“ mit sich geführt zu haben und ein Mitglied der Indischen Volksfront (PFI) zu sein. Die PFI gilt in Indien als eine Gruppe islamistischer Extremisten. Neben Kappan waren am selben Tag noch drei weitere Journalisten wegen ähnlicher Vorwürfe verhaftet worden.

Nach Berichten des Senders India Today versuchten die Behörden in Uttar Pradesh damals, die Berichterstattung rund um den tödlichen Vergewaltigungsfall stark einzudämmen. Kurz nach dem Vorfall wurde der Körper der jungen Frau angeblich ohne die Zustimmung ihrer Familie eingeäschert.



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