Russland 16.07.2020

#FreeThemAll: Swetlana Prokopjewa

Swetlana Prokopjewa © Artem-Avanesov

In Russland ist die Radiojournalistin Swetlana Prokopjewa wegen „Rechtfertigung von Terrorismus“ zu einer Geldstrafe von 500.000 Rubel, umgerechnet mehr als 6.200 Euro, verurteilt worden. Prokopjewa entgeht damit zwar der von der Staatsanwaltschaft geforderten Haftstrafe von sechs Jahren. Trotzdem kritisierten Beobachter wie die Organisation Reporter ohne Grenzen das Urteil gegen die Journalistin scharf.

Prokopjewa war bereits vor Monaten angeklagt worden. Nach einem Anschlag auf ein Büro des Inlandsgeheimdienstes FSB in der nordrussischen Stadt Archangelsk hatte die Journalistin im November 2018 in einem Kommentar geschrieben, dass die russische Regierung dieser Art des politischen Aktivismus durch ihre repressive Politik Vorschub leiste. Bei dem Attentat hatte sich ein 17-Jähriger selbst in die Luft gesprengt.

Reporter ohne Grenzen hatte schon die Anklage gegen Prokopjewa scharf verurteilt. Johann Bihr, Chef der Sektion für Osteuropa und Zentralasien, nannte das Vorgehen der russischen Behörden „erschreckend“ und verwies darauf, dass die Journalistin „lediglich ihren Job gemacht“ habe.



nach oben