Japan 20.07.2020

#FreeThemAll: Yasumi Iwakami

© picture alliance / NurPhoto | Hristo Rusev

Ein Gericht in der japanischen Stadt Osaka hat die Berufung des Journalisten Yasumi Iwakami abgewiesen. Iwakami war im September 2019 wegen „Verleumdung“ schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 330.000 Yen, umgerechnet rund 2.700 Euro, verurteilt worden. Grund für das Verfahren war ein „Tweet“, den Iwakami zwei Jahre zuvor auf seinem Twitter-Profil geteilt hatte. In dem Post hieß es, der Gouverneur der Präfektur Osaka, Toru Hashimoto, habe Mitschuld an dem Suizid einer seiner Beamten gehabt. Laut Medienberichten war letzterer bei der Arbeit von Vorgesetzten und Kollegen schikaniert worden.  

Seit der Wiederwahl von Premierminister Shinzo Abe im Jahr 2012 beklagen viele Journalistinnen und Journalisten in Japan ein Klima des Misstrauens gegenüber den Medien. Reporter, die sich mit politisch brisanten Themen wie etwa der Nuklearkatastrophe von Fukushima auseinandersetzen, gerieten in der Vergangenheit immer wieder in das Visier der Behörden. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen rangiert Japan auf dem 66. von insgesamt 180 Plätzen.



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