01.07.2004

Fußball-EM: Unterstützung für verurteilten Sportjournalist Zaw Thet Htwe

Für die verbleibenden drei Spiele der Fußball-Europameisterschaft rufen Amnesty International und Reporter ohne Grenzen Sportreporter nochmals auf, den inhaftierten birmesischen Sportjournalisten Zaw Thet Htwe sowie sieben inhaftierte birmesische Studenten zu unterstützen. Nach unserem ersten Aufruf am 15. Juni haben bereits über 3.500 Menschen die Petition zur Freilassung der Inhaftierten unterzeichnet.

Zaw Thet Htwe, Herausgeber des in Birma meist gelesenen Sportmagazins First Eleven, wurde im November 2003 zum Tode verurteilt. Internationaler Druck hat dazu beigetragen, dass das Oberste Gericht das Urteil im Mai dieses Jahres in eine dreijährige Gefängnisstrafe umwandelte. Nun wollen Amnesty International und Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit Sportjournalisten seine Freilassung bewirken.

Die birmesische Militärjunta wirft Zaw Thet Htwe Verschwörung gegen die Regierung vor und hatte ihn wegen Hochverrat angeklagt. Für Amnesty International und Reporter ohne Grenzen jedoch ist Zaw Thet Htwe ein politischer Gefangener, der verhaftet wurde, weil er seine Meinung geäußert hat. So hatte Zaw Thet Htwe öffentlich nach dem Verbleib einer internationalen vier Millionen-Dollar-Spende zu Gunsten des birmesischen Fußballs gefragt.

Die sieben seit Juni 2003 inhaftierten birmesischen Jura-Studenten wurden vermutlich festgenommen, weil sie ohne Erlaubnis einen Sportverein an ihrer Universität gründeten. Aung Gyi, Aung Ko Lwin, Kyaw Maung, Myo Myint Tun, Myo Than Htut, Nang Siang None und Win Htut Lwin erhielten Haftstrafen zwischen sieben und 15 Jahren; Berichten zufolge wurden sie nach ihrer Verhaftung misshandelt.

Zaw Thet Htwe und die Studenten sind nur einige von 1.350 politischen Gefangenen in Birma (Myanmar); viele von ihnen wurden wegen friedlichen politischen Aktionen verhaftet.

Sportjournalisten können helfen, dass Zaw Thet Htwe und die sieben Studenten frei gelassen werden
- indem sie während der Euro 2004 Fernsehzuschauer, Radiohörer und Zeitungsleser dazu auffordern, im Internet unter www.rsf.org eine Petition zu unterschreiben, die die Freilassung der Inhaftierten fordert oder unter asiapacific.amnesty.org. einen Brief zu schreiben (während der EM gibt es dort eine Extra-Seite für die Inhaftierten)
- und indem sie Organisationen von Sport-Journalisten dazu aufrufen, kollektiv die Petition zu unterschreiben.

Weitere Informationen:
Reporter ohne Grenzen - Katrin Evers - Presse- und öffentlichkeitsarbeit -
presse@reporter-ohne-grenzen.de - www.reporter-ohne-grenzen.de -
Fon +49/30/615 85 85 - Fax +49/30/614 56 49

 

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