China 11.01.2008

Hus Anwalt unter Hausarrest. Ausländische Journalisten bei Berichterstattung behindert

Reporter ohne Grenzen kritisierte heute die chinesischen Behörden, insbesondere die Staatssicherheit, sich nicht an die neuen Regelungen für ausländische Journalisten zu halten. Die Polizei hinderte eine Gruppe von Reportern daran, die Frau des bekannten Menschenrechtsaktivisten Hu Jia und ihre zwei Monate alte Tochter zu besuchen. Die Fotografen mussten ihre Aufnahmen vernichten. Auch Hu Jias Rechtsanwälte sind keine Besuche erlaubt. Einer seiner Anwälte war sogar für einige Stunden unter Hausarrest gestellt worden.

„Trotz weltweiter Appelle für die Freilassung Hu Jias verschärft die chinesische Regierung sogar noch ihre Maßnahmen, indem sie Frau und Kind des Inhaftierten ebenfalls einschränken,“ sagte Reporter ohne Grenzen.

Am 10. Januar hatte einer der Rechtsanwälte Hu Jias ausländischen Journalisten bestätigt, dass er daran gehindert wurde, Hus Frau, Zeng Jinhan, eine bekannte Bloggerin, zu besuchen. Danach stellten ihn die Behörden für einige Stunden unter Hausarrest und später unter polizeiliche Aufsicht. Ein zweiter Rechtsanwalt wurde zwar nicht festgenommen, ihm wurde aber eindringlich von einem Besuch Zengs abgeraten. Bereits zuvor hatten die Behörden die Anwälte daran gehindert, Hu am 4. Januar im Gefängnis zu besuchen. Die Begründung: der Fall sei als „Staatsgeheimnis“ eingestuft worden.

Am 8. Januar konnte Zeng durch ein Fenster mit einem deutschen Journalisten sprechen. Sie berichtete über die Haftbedingungen ihres Mannes und darüber, dass die Polizei Freunde und Verwandte daran hindere sie zu sehen.
„Die Polizei durchsuchte mehrmals unser Apartment und nahm unseren Computer sowie das Telefon mit. Ich mache mir große Sorgen um Hu Jia,“ sagte sie.

Nach dem Gespräch zwischen Zeng und dem Journalisten ließ die Polizei ein Rollo anbringen, damit Zeng nicht mehr von außen gesehen werden kann. Ihr Haus in Peking wird derzeit von mehr als 20 Polizisten bewacht. Auch die Wohnung ihrer Eltern wurde durchsucht.

Hu Jia, der am 5.Dezember einen Sonderpreis von ROG erhalten hatte, war am 27. Dezember von den chinesischen Behörden verhaftet worden. Hu und seine Frau standen schon vorher monatelang unter Hausarrest.

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Katrin Evers
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