Iran 20.12.2010

Inhaftierte Anwältin und Medienrechtsaktivistin erneut im Hungerstreik

Seit mehr als 100 Tagen wird Nasrin Sotude, iranische Anwältin und engagierte Verfechterin von Meinungsfreiheit, im Evin Gefängnis in Teheran festgehalten. Vergangene Woche ist sie in einen weiteren Hungerstreik getreten, um gegen die menschenunwürdigen Haftbedingungen zu protestieren. Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert ihre unverzügliche Freilassung. Die Ankündigung von Sotude, in ihrem Protest dieses Mal „bis zum Ende gehen zu wollen“, hält ROG für höchst besorgniserregend. 

 

Am 5. September 2010 wurde Sotude festgenommen und ist seitdem in Einzelhaft. Der bekannten Verteidigerin von Journalisten und politischen Häftlingen werden „Propaganda und Verschwörung gegen das Regime der Islamischen Republik“ vorgeworfen. Sie steht unter ständiger Beobachtung von fünf Gefängniswächtern. Sotude ist bereits dreimal in den Hungerstreik getreten.

 

In einem Appell drängen Jean-François Julliard, Generalsekretär von ROG, die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi und François Cantier, Präsident von Anwälte ohne Grenzen (AoG), auf die sofortige Freilassung Sotudes. Das iranische Regime versuche, Sotudes Stimme zum Schweigen zu bringen – die internationale Staatengemeinschaft müsse darauf reagieren. Zunehmend würden im Iran auch Anwälte politischer Häftlinge auf der Anklagebank sitzen.




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