Malediven 22.08.2005

Internet-Dissident amnestiert

Reporter ohne Grenzen (ROG) begrüßt die Freilassung des maledivischen Internet-Dissidenten Mohamed Zaki. Er wurde nach zweijähriger Gefängnisstrafe und 19 Monaten Hausarrest am 18.August amnestiert. Die internationale Menschenrechtsorganisation ruft Präsident Maumoon Abdul Gayoom auf, weitere inhaftierte Journalisten freizulassen.

Zaki, der für den Newsletters „Sandhaanu“ arbeitete, teilte der Organisation mit, dass er bedingungslos entlassen wurde und eine Begnadigung unter Konditionen nicht angenommen hätte. Auch eine erneute Gefängnisstrafe werde ihn nicht davon abhalten, sich weiter für die Pressefreiheit in seinem Land einzusetzen. Denn, so Zaki „freie Meinungsäußerung darf nicht geopfert werden.“

Drei Monate vor Zaki wurde bereits seine Kollegin Fathimath Nisreen amnestiert. Zaki, Nisreen sowie ihre Kollegen Ahmed Didi und Ibrahim Lutfy wurden im Januar 2002 für das Erstellen von „Sandhaanu" verhaftet. Sie kritisierten vor allem Verletzungen der Menschenrechte auf den Malediven. Am 7. Juli 2002 wurden Zaki, Didi und Lutfy wegen Verleumdung und des angeblichen Versuchs die Regierung zu stürzen, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nisreen, die zu diesem Zeitpunkt erst 22 Jahre alt war, erhielt 10 Jahre Gefängnis.

Lutfy gelang im Mai 2003 die Flucht, er lebt seitdem in der Schweiz. Nicht zuletzt dank internationaler Proteste von Reporter ohne Grenzen und anderen Menschenrechtsorganisationen wurden die Strafen den Anderen zunächst abgemildert und Nisreen und Zaki dann amnestiert. ROG hofft nun, dass auch Ahmed Didi bald freigelassen wird.

Weitere Informationen:
Reporter ohne Grenzen – Katrin Evers
Fon +49/30/615 85 85
presse@reporter-ohne-grenzen.de

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