Israel 09.06.2010

Israelischer Angriff auf Hilfsflotte: Reporter berichten von Ereignissen auf den Schiffen

Reporter ohne Grenzen (ROG) hat einige der inzwischen von Israel freigelassenen Journalisten kontaktiert, die an Bord der internationalen Hilfsflotte waren. Fünf von ihnen berichten vom Angriff der israelischen Armee auf die Flottille und von ihren Erfahrungen während der Haft.

Der türkische Journalist Cevdet Kiliçlar wurde unterdessen am 4. Juni in Istanbul begraben. Ein israelischer Soldat hatte ihn beim Angriff aus kurzer Distanz mit einem Kopfschuss tödlich getroffen. Kiliçlar arbeitete für islamistische Zeitungen, darunter Selam, Vakit und Milli Gazete. Im vergangenen Jahr war er als Pressesprecher der türkischen Nichtregierungsorganisation „Humanitarian Relief Foundation (IHH)“ tätig.

Lesen Sie hier die Augenzeugenberichte internationaler Journalisten, darunter zum Beispiel der italienische Journalist Marcello Faraggi und die türkische Journalistin Ayse Sarioglu (englisch).

 

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Pressemitteilung vom 08. Juni 2010:

Israelischer Angriff auf Hilfsflotte: ROG kritisiert Beschlagnahme von Videomaterial

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die Beschlagnahme von  journalistischem Videomaterial des Angriffs auf die Gaza-Hilfsflotte am 31. Mai. Die israelische Armee veröffentlichte zudem ohne Erlaubnis der jeweiligen Medien Sequenzen aus den konfiszierten Videos auf YouTube.

Lesen Sie hier die vollständige Meldung  sowie ein Interview mit dem Journalisten Muna Shester, der an Bord der Hilfsflotte war (englisch).

 

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Pressemitteilung vom 02. Juni 2010

Israelischer Angriff auf Hilfsflotte: Mindestens 60 Reporter an Bord / ROG fordert Freilassung von festgenommenen Passagieren

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert von den israelischen Behörden die Freilassung der Journalisten, die an Bord der Gaza-Hilfsflotte waren. Von den mindestens 60 Medienschaffenden wurden am Abend des 2. Juni noch 16 in der Haftanstalt  in Be’er Scheva festgehalten.

„Die Reporter waren an Bord der Schiffe, um ihren Job zu machen“, so ROG. „Wir rufen die israelischen Behörden dazu auf, alle Journalisten freizulassen und das vom Militär beschlagnahmte Equipment zurückzugeben.“

Die ausführliche Meldung (englisch) finden Sie auf en.rsf.org/israel.html

 

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Pressemitteilung vom 01. Juni 2010

Israelischer Angriff auf Hilfsflotte: Mindestens 15 Reporter an Bord / ROG fordert Freilassung von festgenommenen Passagieren

Nach dem Angriff der israelischen Armee auf eine internationale Flotte mit Hilfsgütern am 31. Mai fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) die israelischen Behörden auf, die Öffentlichkeit über den Verbleib der Passagiere zu informieren. Festgenommene Passagiere müssen sofort frei gelassen werden.
 
Nach Informationen von ROG waren unter den mehr als 700 Passagieren mindestens 15 Journalisten – darunter auch Mario Damolin, ein freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Nach Angaben der FAZ ist Damolin derzeit in einem Gefängnis in Be'er Scheva im Süden des Landes inhaftiert. Der Journalist hatte sich zuvor geweigert, das Land zu verlassen. Mitarbeiter der deutschen Botschaft seien auf dem Weg zu der Haftanstalt. Über den genauen Verbleib der weiteren 14 Journalisten hat ROG bislang keine gesicherten Informationen.

„Wir verurteilen den Angriff der israelischen Armee“, so ROG. „Die Journalisten, die an Bord der Flotte über die humanitäre Operation berichten wollten, wurden mit dieser unverhältnismäßigen Reaktion der Armee in große Gefahr gebracht. Wir fordern die israelischen Behörden auf, über den Verbleib der Passagiere des Hilfskonvois zu informieren, festgenommene Journalisten wie Mario Damolin frei zu lassen und Reportern den unbeschränkten Zugang zum Gazastreifen zu gewähren. Die internationale Gemeinschaft benötigt präzise Informationen über die Lage im Palästinensischen Gebiet“, fordert ROG.

ROG kritisiert außerdem das am Morgen nach dem Angriff von den Behörden verhängte Verbot, nicht über die Toten und Verletzten des Angriffs zu berichten. Medienberichten zufolge wurden die Zensurbestimmungen erst gegen Mittag desselben Tages aufgehoben.

Die Flotte mit pro-palästinensischen Aktivisten und Journalisten an Bord transportierte Hilfsgüter für die Bevölkerung im blockierten Gazastreifen. Unter den weiteren mitgereisten Journalisten waren unter anderem: 

- Mario Damolin, freier Mitarbeiter der FAZ
- zwei Mitarbeiter der australischen Zeitung Sydney Morning Herald, der Reporter Paul McGeough und die Fotografin Kate Geraghty,
- Talat Hussain, Moderator des pakistanischen Fernsehsenders Aaj TV,
- zwei Mitarbeiter des bulgarischen Fernsehsenders BTV – der Reporter Swestoslaw Iwanow und der Kameramann Walentin Wassilew,
- Muna Shester von der kuweitischen Nachrichtenagentur KUNA,
- zwei Mitarbeiter des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera, der Korrespondent Abbas Nasser und der Kameramann Isaam Zaatar.

Laufend aktualisierte Informationen zur Lage der Medien in Israel finden Sie unter:
http://en.rsf.org/israel.html

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