Jemen 26.02.2004

Jemen: Todesdrohungen gegen Herausgeber der Tageszeitung Al-KhaleejReporter ohne Grenzen fordert sofortige und vollständige Aufklärung des Vorfalls

Sadeq Nasher, Leiter des jemenitischen Büros der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinenden Tageszeitung Al Khaleej, ist am 19. Februar mit dem Tod gedroht worden, für den Fall, dass er seine Recherchen zur Ermordung des Vorsitzenden der Jemenitischen Sozialistischen Partei, Jarallah Omar, im Dezember 2002 fortsetzen würde. Der Journalist hielt sich gerade bei der Journalistengewerkschaft auf, als bislang nicht identifizierte bewaffnete Männer in sein Haus in Sanaa eindrangen, die Familie bedrohten und in der Wohnung randalierten. Dies berichtete Nasher jetzt der internationalen Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen. Reporter ohne Grenzen fordert die jemenitischen Behörden zur sofortigen und gewissenhaften Untersuchung der Todesdrohungen gegenüber Nasher auf.Die Affaire um die Ermordung des Politikers Omar gehört, neben dem Kampf gegen den Terrorismus und den Beziehungen zu Saudi-Arabien zu den Themen im Jemen, denen sich sowohl lokale als auch ausländische Journalisten nur sehr eingeschränkt widmen dürfen. Kurz nach dem Attentat im Dezember 2002 hatte der jemenitische Informationsminister lokale und ausländische Journalisten beschuldigt, falsche Berichte über den Fall zu verbreiten und gedroht juristische Maßnahmen gegen diejenigen einzuleiten, die nicht mit "objektiv und unvoreingenommen" berichteten.

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