Simbabwe 03.04.2007

Journalist inhaftiert, ein weiterer in Haft krankenhausreif geschlagen

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert das gewaltsame Vorgehen der Regierung Simbabwes gegen unabhängige Journalisten scharf und fordert internationale Maßnahmen, um Medienleute zu schützen.

Gift Phiri, der für die in London ansässige Tageszeitung „The Zimbabwean“ arbeitet, wurde am 1. April in Harare ohne Angabe von Gründen festgenommen. Der frühere Chefredakteur der inzwischen geschlossenen Zeitung „The Daily News“, Luke Tamborinyoka, musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil er im Gefängnis brutal zusammengeschlagen wurde.

„Auf den wachsenden Druck der Opposition reagiert die Regierung Simbabwes zunehmend mit Gewalt, auch gegen Journalisten“, so ROG. „Nur internationale Bemühungen, besonders innerhalb Afrikas, können die Willkür gegenüber oppositionellen Politikern und unabhängigen Medien beenden.“

Phiri konnte einem Freund noch per SMS von seiner Festnahme berichten. Der Journalist wurde offensichtlich von der Polizei gesucht, nachdem er in seinen Artikeln die Namen von Polizisten veröffentlicht hatte, die an Festnahmen von Oppositionellen, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten beteiligt waren.

Bereits im Februar 2006 wurde Phiri von Unbekannten angegriffen. Sie warfen ihm vor, für die US-amerikanischen Radiosender Voice Of America (VOA) sowie für den zimbabwischen Radiosender Voice of People (VOP) zu arbeiten, der aus dem Ausland sendet.

Der ehemalige „Daily News“-Chef Tamborinyoka kam am 30.März auf Anordnung eines Richters ins Krankenhaus. Er war im Gerichtssaal in Ohnmacht gefallen, nachdem er in Haft wiederholt zusammengeschlagen und dabei schwer verletzt wurde. Am 28.März durchsuchte die Polizei das Gebäude der Oppositionspartei „Movement for Democratic Change“ (MDC). Tamborinyoka und weitere 34 Parteimitglieder wurden festgenommen. Schon als die Polizei am 11.März mit einer Razzia gegen ein Treffen Oppositioneller vorging, wurde Tamborinyoka brutal verprügelt.


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Katrin Evers
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