Tunesien 05.03.2008

Journalistin Sihem Bensedrine verhaftet und geschlagen

Berlin/Paris, 5. März 2008. Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt das Vorgehen der tunesischen Polizei gegen die tunesische Journalistin Sihem Besedrine und ihren Mann Omar Mestri auf das Schärfste. Die beiden wurden bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Tunis am Montag festgehalten und misshandelt. Sihem Bensedrine ist Präsidentin der „Arbeitsgruppe für Meinungsfreiheit in Nordafrika“. Zusammen mit Omar Mestri gibt sie außerdem das Online-Magazin „Kalima“ heraus.

Zollbeamte hielten das Paar für sechs Stunden auf dem Flughafen fest. Mitarbeiter des Geheimdienstes durchsuchten ihr Gepäck, beschlagnahmten und kopierten die Festplatten von ihren Laptops und führten intensive Leibesvisitationen durch. Beide wurden dabei geschlagen und trugen Prellungen davon.

„Es ist unglaublich, dass Tunesien einerseits die Vorreiterrolle für Modernität in der Region für sich beansprucht und andererseits derart mit kritischen Journalistinnen und Menschenrechtsaktivisten umgeht“, so Reporter ohne Grenzen. „Die Behörden müssen diesen Vorfall genauestens untersuchen.“ Tunesien ist auf Platz 145 (von 169) der jährlichen ROG-Rangliste zur Pressefreiheit weltweit.

Bensedrine kündigte gegenüber ROG an, sie werde Beschwerde einlegen gegen ihre unrechtmäßige Verhaftung sowie die Gewalt ihnen gegenüber.

Bensedrines „Arbeitsgruppe für Meinungsfreiheit in Nordafrika“ ist Partnerorganisation von ROG. Die deutsche ROG-Sektion arbeitet mit Bensedrine, die derzeit in Österreich lebt, zusammen und hat sie in den vergangenen Jahren mehrfach unterstützt.

Am 7. Februar erhielt Bensedrine den Friedens-Preis 2008 der Dänischen Friedensstiftung.



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Katrin Evers
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