Italien 07.09.2007

Mafiaattentat auf sizilianischen Journalisten nur knapp verhindert

Reporter ohne Grenzen verurteilt den Attentatsversuch auf den italienischen Journalisten Lirio Abbate auf das Schärfste. In der Nacht vom ersten auf den zweiten September entkam der Journalist nur knapp einem Mordanschlag. Sicherheitskräfte überraschten zwei Personen, die gerade dabei waren, eine Autobombe zu installieren.
Abbate arbeitet für die italienischen Nachrichtenagentur ANSA und die Tageszeitung La Stampa. Er ist insbesondere für seine Berichte über organisierte Kriminalität bekannt.
Bei einer von der Regionalzeitung Giornale di Sicilia organisierten Demonstration am 8. September solidarisierten sich hunderte von Teilnehmern mit dem Journalisten. Auch Palermos Bürgermeister Diego Cammarata verurteilte den Anschlag und lobte Abbate für seine mutige Arbeit, die er trotz laufender Drohungen fortsetzt.
Abbate hatte erstmals nach der Veröffentlichung seines Buches „I Complici“ (Die Komplizen) Drohungen erhalten. Seit dem 21. Mai 2007 stand er unter permanentem Polizeischutz. Sein Wagen ist kugelsicher und wird ständig von zwei Leibwächtern begleitet. Sie überraschten die Attentäter auf frischer Tat und verhinderten so die letzten Handgriffe, um die Bombe zu zünden.
Weitere Journalisten benötigen in Italien Polizeischutz. Der Korrespondent des Wochenmagazins L'Espresso, Roberto Saviano, hatte nach einem detaillierten Bericht über die Mafiabosse in Neapel Drohungen erhalten. Seit Oktober 2006 steht er unter Polizeischutz.

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Elke Schäfter
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