Podiumsdiskussion 08.05.2014

Menschenrechte und Pressefreiheit in Kolumbien. Zur Lage vor der Präsidentenwahl

Donnerstag, 8. Mai
Podiumsdiskussion: Menschenrechte und Pressefreiheit in Kolumbien. Zur Lage vor der Präsidentenwahl

Kurz vor der Präsidentenwahl in Kolumbien Ende Mai beleuchten Amnesty International, kolko – Menschenrechte für Kolumbien und Reporter ohne Grenzen die Lage der Menschenrechte und der Pressefreiheit in dem südamerikanischen Land.

Es diskutieren:
Diana Sanchez, Direktorin der Menschenrechtsorganisation MINGA
Yenith Gonzalez, kolumbianische Journalistin (El Espectador)
Moderation: Alexandra Huck, kolko – Menschenrechte für Kolumbien
Ort: taz-Café, Rudi-Dutschke-Straße 23, Berlin-Kreuzberg
Zeit: 19:00 Uhr

Kolumbien macht derzeit vor allem mit den Friedensverhandlungen zwischen Regierung und FARC-Guerilla von sich reden. Doch während die Konfliktparteien in Kuba am Verhandlungstisch sitzen, gehen die Menschenrechtsverletzungen in der Heimat unvermindert weiter: Täglich erhalten Vertreterinnen und Vertreter von Kleinbauern oder indigenen Gemeinschaften, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Oppositionelle sowie Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger Drohungen. Dutzende werden jedes Jahr ermordet, auch sexuelle Gewalt ist an der Tagesordnung. An den Übergriffen sind sowohl die staatlichen Sicherheitskräfte, als auch Paramilitärs und Rebellen beteiligt.

Auch Journalistinnen und Journalisten sind massiven Anfeindungen, Drohungen und Angriffen von Kriminellen und Paramilitärs, aber auch von Politikern und Sicherheitsbehörden ausgesetzt. Gefährlich sind etwa Recherchen über Landkonflikte, Korruption, Drogenkriminalität oder den Bürgerkrieg. Die Behörden sorgen kaum für Schutz, die Justiz bestraft nur wenige der Taten.

Viele Kolumbianerinnen und Kolumbianer setzen große Hoffnungen in den Friedensprozess – fordern aber auch, dass er eine Aufarbeitung der Verbrechen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs und ein Ende der Straflosigkeit einschließen muss. Zu einer Friedenslösung muss aus ihrer Sicht auch gehören, dass Proteste gegen die Ursachen der Gewalt wie Landkonflikte und soziale Ungleichheit nicht länger stigmatisiert und kriminalisiert werden. Ebenso ist eine Perspektive für die Millionen internen Vertriebenen nötig.


Über die aktuelle Lage der Menschenrechte und der Pressefreiheit in Kolumbien informieren zweieinhalb Wochen vor der Präsidentenwahl folgende Gesprächspartnerinnen:

Diana Sanchez, Direktorin der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation MINGA und Sprecherin der Koordinationsplattform Kolumbien-Europa-USA (CCEEU), eines Zusammenschlusses von 210 kolumbianischen Menschenrechtsorganisationen. MINGA (Asociación para la Promoción Social Alternativa) setzt sich seit mehr als 20 Jahren für die Verteidigung und Verwirklichung der Menschenrechte in Kolumbien ein. Als Weg zur Überwindung von bewaffnetem Konflikt, Menschenrechtskrise und Straflosigkeit propagiert die Organisation eine umfassende Transformation der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umstände mit dem Ziel einer ganzheitlichen und nachhaltigen Entwicklung in einem Sozial- und Rechtsstaat.

Yenith Gonzalez ist freie Deutschland-Korrespondentin der kolumbianischen Zeitung El Espectador. In Kolumbien hat sie unter anderem als Redakteurin für die Radiosender RCN Radio und WV Radio sowie für die Zeitungen El Nuevo Siglo und El Espectador gearbeitet. Zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten gehören Politik, Justiz, Verteidigung und der bewaffnete Konflikt in Kolumbien.


Die Veranstaltung findet auf Spanisch mit Übersetzung ins Deutsche statt. Bitte melden Sie sich hier an.

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