Syrien 25.08.2008

Michel Kilo bleibt weiterhin in Haft

Reporter ohne Grenzen protestiert gegen die Entscheidung des Strafgerichtshof in Damaskus vom 20. August, den Journalisten Michel Kilo nicht frei zu lassen. Das Gericht wies den Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zurück. Michel Kilo hat bereits drei Viertel seiner dreijährigen Haftstrafe abgesessen. Nach syrischem Gesetz wäre eine vorzeitige Entlassung möglich.

„Michel Kilo sitzt weiter hinter Gittern, obwohl er alle Kriterien für einen Straferlass erfüllt“, sagt Reporter ohne Grenzen. „Die Entscheidung des Gerichts kam nur wenige Tage, nachdem Syrien und Libanon wieder diplomatische Beziehungen aufnahmen. Kilo wurde im Mai 2006 verhaftet, weil er sich für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten eingesetzt hatte. Vor diesem Hintergrund wirkt die Entscheidung des Gerichts, Kilo weiter in Haft zu behalten, noch unbegründeter.“

Kilos Anwälten zufolge käme er für eine vorzeitige Entlassung in Frage wegen guter Führung und weil er bereits 830 Tage, also drei Viertel seiner Strafe, verbüßt hat. Sie wollen nun erneut einen Antrag stellen.

Kilo (68), der sich für die Demokratisierung Syriens einsetzt, wurde am 14. Mai 2006 festgenommen, nachdem er den „Beirut-Damaskus, Damaskus-Beirut“-Aufruf unterschrieben hatte. Die gemeinsame Erklärung syrischer und libanesischer Intellektueller rief zur radikalen Änderung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern auf.

Die syrische Regierung missbilligte die Initiative und ließ Kilo sowie weitere prominente Unterzeichner wie den Anwalt Awar El-Bunni verhaften. Sie wurden wegen „Untergrabung des Nationalgefühls“ verurteilt. Kilo bekam drei El-Bunni fünf Jahre Gefängnis.

Reporter ohne Grenzen setzt sich mit einer Petition für die Freilassung Michel Kilos ein. Opens external link in new window

 

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