Turkmenistan 21.09.2006

Muradova offensichtlich an Folgen von Folter gestorben

Moradova
Moradova

Der am 14. September bekannt gewordene Tod der der Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Ogulsapar Muradova war offenbar die Folge von Folter. Zudem weisen neue Informationen darauf hin, dass sie mindestens vier Tage vorher, am 10. September, ums Leben kam.

Die 58-jährige Korrespondentin von „Radio Free Europe/Radio Liberty“ in Turkmenistan starb im berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Ovodan Depe. Eine Recherche der „Deutschen Welle“ hat ergeben, dass Muradovas Körper „charakteristische Würgemale aufweist“ und dass ihr Leichnam bereits in der Nacht des 10. September zum Leichenschauhaus Ashgabat gebracht wurde. Demnach war Muradova mindestens vier Tage tot, bevor die turkmenische Polizei deren Familie verständigte.

Eine Autopsie wurde am 12. September in Gegenwart der Polizei durchgeführt. Die Quelle der „Deutschen Welle“ berichtet, dass Muradova eine große Wunde am Kopf gehabt und innere Blutungen an Leber und Niere erlitten habe. Ihren Tod verursachten wahrscheinlich Schläge auf den Hinterkopf, die sie sieben bis zehn Tage bevor sie starb erleiden musste. Diese Untersuchungsergebnisse wurden in einem offiziellen Dokument festgehalten, das die Polizei aber nachträglich geändert haben könnte. Ein Angehöriger Muradovas berichtete, sie habe sich während ihrer Haft aus dem Gefängnis gemeldet und erklärt, sie würde die Misshandlungen nicht länger aushalten.

Muradova, die auch für die französische Fernsehproduktionsfirma „Galaxie-Presse“ arbeitete, musste eine sechsjährige Gefängnisstrafe wegen illegalen Munitionsbesitzes verbüßen. Annakurban Amanklychev, Stringer für „Galaxie-Presse“ und der Menschenrechtler Sapardurdy Khajiyev wurden mit ihr im selben geheimen Gerichtsverfahren am 25. August verurteilt.

„Die neuen Informationen verstärken unsere Sorgen über den Zustand von Muradovas Mitgefangenen Amanklychev und Khajiyev“, so Reporter ohne Grenzen. „Wir befürchten, dass auch sie gefoltert werden. Sie müssen sofort freigelassen werden. Zudem müssen die Umstände von Muradovas Tod umgehend untersucht werden.“

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Katrin Evers
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