Mexiko 26.02.2009

Radiojournalist erschossen

während eines Karnevalsumzugs am 23. Februar in der mexikanischen Stadt Huayacocotla (Bundesstaat Veracruz). Der Korrespondent des Nachrichtenprogramms "Enlaces Notitias" der Nachrichtenagentur „Radiorama Tuxpan“ starb nach vier Schüssen in den Rücken.

“Es gibt zwar noch keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen dem Mord und seiner Arbeit als Journalist, aber in Anbetracht der gefährlichen Lage, in der sich Journalistinnen und Journalisten in Mexiko allgemein befinden, fordern wir eine umgehende Aufklärung der Tat und ihrer Motive", appelliert ROG an die Behörden.
Die tödliche Schießerei war offenbar die Folge eines Streits zwischen mehreren jungen Leuten. Nach Angaben der ermittelnden Polizeibeamten wird weiterhin nach Hinweisen zwischen dem Mord und Méndez beruflicher Tätigkeit gesucht. Nach Angaben der Regionalzeitung "Cambio" wurden bisher drei Verdächtige verhaftet.

Auch Méndez politische Aktivitäten können als Tatmotiv nicht ausgeschlossen werden: Der Journalist engagierte sich in der Lokalpolitik und kandidierte für die „Partei der Institutionellen Revolution“ (PRI) bei den Kommunalwahlen von Huayacocotla im Jahr 2007.
Der 24-jährige Méndez arbeitete als Korrespondent in Xlapa, der Hauptstadt von Veracruz, sowie im Pressebüro des staatlichen Vermittlungsausschusses in Veracruz. Der Vater einer Tochter hielt sich mit seiner Familie zur Karnelvalsfeier nach Huayacocotla auf.

Laut der Nationalen Menschenrechtskommission ist Méndez der 47. Journalist, der in Mexiko seit dem Jahr 2000 ums Leben kam. In dieser Statistik wird allerdings nicht zwischen Mordfällen, die in klarem Zusammenhang mit dem Beruf der Person standen und Mordfällen, deren Tatmotiv unklar ist, unterschieden.

In diesem Jahr ist Méndez der zweite ermordete Journalist in Mexiko: am 13. Februar starb der Fotograf der Tageszeitung "El Correo", Jean Paul Ibarra, im Bundesstaat Guerrero.

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