Philippinen 21.08.2003

Radiojournalist erschossen / Reporter ohne Grenzen fordert Untersuchung der Todesumstände und Schutzmaßnahmen für Journalisten

Am 19. August wird der Radiojournalist Noel Villarante von zwei bewaffneten Männern vor seiner Wohnung in Santa Cruz südöstlich von Manila erschossen. Er hat wiederholt über Korruption und illegales Glücksspiel berichtet.

Reporter ohne Grenzen ist bestürzt über die Ermordung des Journalisten. "Der Verdacht liegt nahe, dass Villarante wegen seiner kritischen Recherchen getötet wurde," sagt die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit. Sie fordert Innenminister José D. Lina auf, bei den örtlichen Polizeibehörden zu intervenieren, damit die Täter identifiziert und bestraft werden. Zugleich appelliert die Organisation eindringlich an die Regierung, endlich Maßnahmen zum Schutz von Journalisten zu ergreifen.

"Mörder von Journalisten kommen in der Regel ungestraft davon. Das ist Anreiz für Auftragskiller und deren Auftraggeber, Journalisten, die sich nicht einschüchtern lassen, aus dem Weg zu räumen," mahnt die Menschenrechtsorganisation.

Am 19. August eröffnet ein erster Schütze das Feuer auf Noel Villarante, der sich vor seiner Wohnung in Santa Cruz in der Provinz Laguna, 70 Kilometer südöstlich von Manila, aufhält. Zunächst kann sich der Verletzte ins Haus retten. Während seine Angehörige versuchen, ihn ins Krankenhaus zu transportieren, zielt ein zweiter Schütze aus nächster Nähe. Weitere Schüsse fallen, während Villarante zusammenbricht.

Villarante, Journalist beim Radiosender DZJV und der Lokalzeitung Laguna Score, hat wiederholt über Korruption der örtlichen Behörden berichtet und die Verbreitung von illegalem Glücksspiel aufgedeckt. In einem Interview mit Radio dzGB-AM sagt Villarantes Frau, sie habe ein paar Tage vor seinem Tod ein Telefongespräch ihres Mannes mit Rolando Bagnes und Susano Tapia, zwei Regionalpolitikern, mitgehört. "Nehmt´s nicht persönlich, ich mache nur meine Arbeit", sagte der Journalist nach Angaben seiner Frau.

Villarante ist der vierte Journalist, der dieses Jahr auf den Philippinen ermordet wurde. Seit 1986 sind dort vierzig Journalisten in Ausübung ihres Berufs getötet worden.

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