Philippinen 05.07.2005

Radiomoderator erschossen

Am 3. Juli wurde der Moderator Rolando „Dodong“ Morales des Radiosenders DXMD in Südmindanao von Unbekannten getötet. Reporter ohne Grenzen fordert die Behörden auf, den Fall sorgfältig zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Acht Schützen auf Motorrädern feuerten am 3. Juli in der Nähe von Polomolok auf Rolando Morales. Der Journalist hatte kurz zuvor sein Programm „Die Stimme von Barangay“ beendet und war ebenfalls mit einem Motorrad unterwegs. Zeugen berichteten, die Angreifer hätten auch dann noch geschossen als Morales bereits auf dem Boden lag. Er wurde von 15 Kugeln getroffen.

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Doch nach Aussagen eines Kollegen hatte der Radiojournalist eine Woche zuvor über Drogenhändler berichtet und sie scharf kritisiert. Danach habe er Morddrohungen erhalten.

Reporter ohne Grenzen stellte in ihrem am 2. Mai veröffentlichen Philippinenbericht fest, dass die am Mord des Journalisten Edgar Damalerio im Jahr 2002 beteiligten Hintermänner nie gefasst wurden. Auch er hatte über Drogenhandel berichtet. Seit der Einführung der Demokratie im Jahr 1986 sei es den Behörden nicht gelungen, die Welle der Gewalt gegen Journalisten zu stoppen. Auch wenn von offizieller Seite behauptet werde, die Hälfte aller Morde aufgeklärt zu haben, sei kein einziger Drahtzieher der Verbrechen gegen Journalisten bisher hinter Gittern. Die Erklärungen der Regierung für die Bestrafung der Täter zu sorgen, seien daher nichts als leere Versprechungen, hielt Reporter ohne Grenzen in ihrem Bericht fest.

Rolando Morales ist bereits der fünfte Journalist, der in diesem Jahr auf den Philippinen ums Leben kam.

Weitere Informationen:

Reporter ohne Grenzen – Elke Schäfter
Fon +49/30/615 85 85
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