10.03.2009

Razzia bei moldawischer Fernsehstation im Vorfeld der Parlamentswahl

Drei Mitarbeiter des Innenministers führten am 25. Februar eine Razzia bei der privaten  moldawischen TV Station Albasat durch. Dort versuchten sie sich ohne Durchsuchungsbefehl Zugang zu Computerfestplatten und Dokumenten zu verschaffen. Die Journalistin Tatiana Pantilei und die Buchhalterin Mihail Pantelei wurden bei dieser Aktion verhaftet.

Die beiden Angestellten, die sich den Befehlen der Autoritäten widersetzten, wurden geschlagen und zur Polizeistation mitgenommen, wo sie sich einer langwierigen Untersuchungsprozedur unterziehen mussten.

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Razzia, die "an Methoden in Sowjetzeiten" erinnere, auf das Schärfste. "Wir fordern das Innenministerium auf, Freiheit und Sicherheit von unabhängigen Nachrichtenmedien zu garantieren, besonders in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen im April", so ROG.

Das Innenministerium rechtfertigte die Razzia mit dem Argument, ein früherer Angestellter von Albasat hätte einen Vertrag unterzeichnet, der gegen das moldawische Arbeitsgesetz verstöße. Außerdem sei Albasat beschuldigt worden, 400.000 Lei (30.000 Euro) Gewinne aus dem Jahr 2007 nicht ordnungsgemäß angegeben zu haben, sowie Computersoftware mit fehlender Lizenz zu nutzen.

Albasat wurde 1995 gegründet und gehört zur Euronova Media Group. Nach Ansicht der Media Group steht der Übergriff auf Albasat im Zusammenhang mit der Parlamentswahl im April.

Moldawien steht auf Platz 98 von 173 Ländern auf dem Index der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen 2008.   


Der Text in englischer Sprache

 

Weitere Informationen:
Anja Viohl
Tel.: 030 615 85 85

 

 

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