Russland 23.01.2003

Reporter ohne Grenzen begrüßt die Freilassung des russischen Journalisten Grigorij Pasko aus dem Gefängnis

Ein russisches Gericht in Ussurijsk hat entschieden, Grigorij Pasko nach Verbüßung von mehr als zwei Dritteln seiner Haftstrafe wegen "guter Führung" aus dem Gefängnis zu entlassen. Doch muss der russische Umweltjournalist und Träger des Menschenrechtspreises 2002 von Reporter ohne Grenzen die restlichen 16 Monate unter polizeilicher überwachung zu Hause verbringen.

"Die vorzeitige Freilassung ist die erste gute Nachricht seit langem, die uns bezüglich der Pressefreiheit aus Russland erreicht", erklärt Michael Rediske, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen, in Berlin. "Die Verurteilung Paskos war ein Versuch der Einschüchterung aller kritischen
Journalisten. Die vorzeitige Entlassung ändert auch nichts an der Tatsache, dass Pasko zu Unrecht verurteilt wurde und dieser Schuldspruch revidiert werden muss", fordert Rediske weiter.

Pasko gehörte zu den mehr als 100 Journalisten, die zur Zeit wegen ihrer Berichterstattung hinter Gittern sind und für deren Freilassung sich Reporter ohne Grenzen einsetzt. Er wurde im Dezember 2001 zu vier Jahren Haft wegen Geheimnisverrats verurteilt, weil er Umweltvergehen der russischen Marine aufgedeckt und über die Versenkung von radioaktiven Müll im Meer berichtet hatte.

Am 10. Dezember 2002 erhielt Pasko anlässlich des internationalen Tages der Menschenrechte den Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen. Mit der Auszeichnung würdigt die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit Journalistinnen und Journalisten, die sich in besonderer Weise um die Pressefreiheit in ihrem Land verdient gemacht haben.

Mit Pasko wird nun bereits zum zweiten Mal hintereinander ein ROG-Preisträger vor Ende der Haftzeit freigelassen. Im Dezember 2001 konnte der damalige iranische Preisträger Reza Alijani wenige Wochen nach der Ehrung das Gefängnis gegen Kaution verlassen. Ein Urteil in seinem Fall wurde immer noch nicht bekannt gegeben.

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