Tunesien 11.10.2011

Reporter ohne Grenzen eröffnet Büro in Tunis

Reporter ohne Grenzen (ROG) eröffnet am morgigen 12. Oktober ein Büro in der tunesischen Hauptstadt Tunis. Mit einer Vertretung vor Ort will ROG eine dauerhafte und direkte Beobachtungsstelle für die Entwicklung der Lage der Pressefreiheit in dem nordafrikanischen Land schaffen.

Das Büro soll Verletzungen der Medienfreiheit dokumentieren und die Behörden auf Verstöße hinweisen. Zudem sollen ROG-Vertreter helfen, eine stabile, professionelle und unabhängige Medienlandschaft in Tunesien aufzubauen und zu entwickeln.
„Der arabische Frühling, der in Tunesien begann, hat unglaubliche Veränderungen für die Region gebracht. Es bleibt allerdings viel zu tun, um die Errungenschaften dieser Revolutionen zu sichern“, sagt ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard.

„Während der Jahre unter Ben Ali waren wir in Tunesien nicht willkommen. Alles, was wir tun konnten, war, die Zensurmaßnahmen und das autoritäre Regierungssystem anzuprangern. Jetzt beabsichtigen wir, die neuen Behörden in ihren Bemühungen zu begleiten, den gesamten Mediensektor zu reformieren“, erklärt Julliard.

In der Überarbeitung des Mediengesetzes, der Regulierung der Radio- und Fernsehstationen und der Verteidigung der Meinungsvielfalt sieht der ROG-Generalsekretär die Hauptaufgaben des Büros. „Wir sind überzeugt, dass Journalisten, die professionell, frei und sich ihrer Rolle bewusst sind, der erste Schutz gegen eine Rückkehr zur Diktatur sind.“

Unter der Leitung des internationalen Sekretariates von ROG in Paris wird das Tunis-Büro in enger Kooperation mit lokalen Pressefreiheitsorganisationen zusammenarbeiten: Darunter sind unter anderem das Centre de Tunis pour la liberté de la presse („Das Zentrum von Tunis für Pressefreiheit“), das Observatoire pour la liberté de presse, d’édition et de création (OLPEC) („Observatorium für Pressefreiheit, die Freiheit des Verlagswesens und der Gestaltung“) oder die Ligue tunisienne de défense des droits de l’homme („Tunesische Liga für die Verteidigung der Menschenrechte“).

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