29.09.2008

Robert Ménard tritt als Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen zurück Jean-François Julliard nimmt Nachfolge an


Der langjährige Generalsekretär und Mitgründer von Reporter ohne Grenzen, Robert Ménard, verkündete am Freitag, den 26. September, während einer Zusammenkunft des Internationalen Rates von Reporter ohne Grenzen (ROG) in Paris seinen Rücktritt.

 „23 Jahre habe ich dieser Organisation gewidmet und auch in Zukunft werde ich mich an Aktionen beteiligen – aber auf andere Art und Weise. Ich engagiere mich weiterhin für Demokratie, Freiheit und Menschrechte. Denn dies gehört für mich zu einem sinnerfüllten Leben.“

Nachfolger wird Jean-François Julliard. Der 35-Jährige arbeitet bereits seit 1998 für Reporter ohne Grenzen. Nach seinem Studium der Film- und Rundfunkwissenschaften sowie Journalistik, war er im Internationalen Sekretariat zunächst für die Afrikaregion zuständig. Seit 2004 leitete er die Recherche der Organisation. Er will sich noch effektiver für verfolgte Journalisten und für Pressefreiheit einsetzen. „Wir stehen vor vielen Herausforderungen – in Afghanistan, in Niger, Somalia oder den repressiven GUS-Staaten. Zum 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Dezember müssen wir feststellen, dass Pressefreiheit mehr denn je verteidigt werden muss - nicht nur in diktatorischen Staaten, auch in demokratischen Gesellschaften.“  

„Reporter ohne Grenzen ist sehr gut aufgestellt. Unsere Organisation ist international anerkannt und unser Netzwerk aus Sektionen, Büros und Korrespondenten sowie unsere solide finanzielle Grundlage garantieren Unabhängigkeit und Effektivität. Dies beweisen wir Tag für Tag“, erläutert Ménard den gewählten Zeitpunkt der Amtsübergabe.

„Ich denke heute an all diejenigen, für die wir uns eingesetzt haben, an die Familien, deren Leben sich für immer verändert hat durch den Tod oder das Verschwinden eines Angehörigen. Wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen – weder jetzt noch in Zukunft. Die Freilassung von Win Tin, der 19 Jahre in Burma im Gefängnis saß, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Lasst uns so weitermachen.“

Robert Ménard wurde im März 2006 für eine weitere fünfjährige Amtszeit als Generalsekretär von den Vertretern der Sektionen gewählt. Er bleibt der Organisation als Ehrenpräsident verbunden.

Robert Ménard studierte Philosophie, bevor er Ende der 70er Jahre Journalist wurde. Zunächst arbeitete er für Printmedien, dann für das Radio. Gemeinsam mit drei weiteren Journalisten – Emilien Jubineau, Rémi Loury und Jaques Molénat – gründete er 1985 Reporter ohne Grenzen in Montpellier. Der 55-Jährige leitete seit 1990 als Generalsekretär die Organisation und erhielt im Jahr 2005 den Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europäischen Parlaments.

 

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