Iran 19.02.2011

ROG begrüßt Freilassung deutscher Reporter / Noch mindestens 27 Journalisten in iranischen Gefängnissen

Reporter ohne Grenzen (ROG) begrüßt die Freilassung der beiden deutschen Journalisten Marcus Hellwig und Jens Koch aus iranischer Haft.  „Wir freuen uns darüber, dass die beiden Kollegen bereits in der Obhut deutscher Konsularbeamter sind“, sagte Vorstandssprecher Michael Rediske am Samstagabend in Berlin nach ersten Meldungen, dass die Regierung in Teheran die Gefängnisstrafe gegen eine Bußgeldzahlung aufgehoben habe. 

„Nun hoffen wir, dass die beiden Reporter nach mehr als vier Monaten Haft möglichst bald ausreisen und zu ihren Familien zurückkehren können“, so Rediske.  ROG hatte sich in den vergangenen Monaten für die Freilassung der Journalisten eingesetzt und zusammen mit anderen deutschen Medienorganisationen an einem Zeitungsaufruf an die iranische Führung beteiligt.

„Wir sind froh, dass sich für die deutschen Kollegen die Dinge nun zum Guten wenden, möchten aber daran erinnern, dass die schwierige Lage der iranischen Journalisten leider viel weniger Aufmerksamkeit findet, als sie verdient“, sagte Rediske weiter. „Viele mutige iranische Kollegen wurden zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und ihre Angehörigen warten vergebens darauf, dass sie wieder in Freiheit kommen – das sollten wir in einem solchen Moment nicht vergessen.“   

Der ROG-Vertreter verwies darauf, dass immer noch mindestens 27 Journalisten in iranischen Gefängnissen einsitzen. Damit ist Iran neben China das Land mit der weltweit höchsten Zahl  inhaftierter Reporter. Auch sieben Online-Aktivisten sind inhaftiert. Erst Anfang Januar hatte ein Berufungsgericht in Teheran die iranische Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Shiva Nazar Ahari zu vier Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt.

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