Ukraine 11.08.2009

ROG-Brief an Generalstaatsanwalt zum Fall Gongadse

In einem Brief an den ukrainischen Generalstaatsanwalt Olexandr Medwedko fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) weitere konsequente und transparente Ermittlungen im Mordfall Georgij Gongadse. „Diejenigen, die den Mord in Auftrag gegeben haben, müssen entlarvt werden und, unabhängig von ihrem hohen Amt, das sie womöglich bekleidet haben oder bekleiden, verurteilt werden“, appelliert ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard in einem Brief, der am 10. August 2009 nach Kiew geschickt wurde.

Die Geständnisse des ehemaligen ranghohen Beamten Oleksij Pukatsch sollten öffentlich gemacht werden. ROG verlangt zudem eine gerichtsmedizinische Untersuchung des Schädels, der infolge Pukatschs Aussagen gefunden wurde. Unabhängige Experten sollten klären, ob der Schädel tatsächlich zu Gongadses Leiche gehört, fordert ROG.

In die Ermittlungen im Fall des getöteten Journalisten Georgij Gongadse ist wieder Bewegung gekommen: Am 21. Juli wurde Oleksij Pukatsch in einem Dorf im Norden des Landes festgenommen. Nach Angaben des Nationalen Sicherheitsdienstes der Ukraine hat Pukatsch die Tat gestanden. Er beschuldigt Vertreter der damaligen Regierung, ihn mit dem Mord beauftragt zu haben.

Der regierungskritische Journalist Georgij Gongadse wurde im September 2000 unter bisher ungeklärten Umständen ermordet. Zum Tatzeitpunkt war Pukatsch Leiter des Auslandsgeheimdienstes im Innenministerium.

Lesen Sie hier den ausführlichen Brief (auf Englisch) an Olexsandr Medwedko.

Lesen Sie hier die ROG Pressemitteilung vom 23. Juni zu dem Fall.


Weitere Informationen:
Anja Viohl
Tel.: 030 615 85 85

 

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