Mexiko 27.09.2011

ROG entsetzt über Mord an mexikanischer Reporterin

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist entsetzt über den grausamen Mord an der mexikanischen Reporterin María Elizabeth Macías. Ihre Leiche wurde am 24. September in der Stadt Luevo Laredo in dem nordöstlich gelegenen Bundesstaat an der Grenze zu den USA enthauptet aufgefunden. Der Mord steht in direktem Zusammenhang zu Macías Berichten über das organisierte Verbrechen. Die 39-Jährige ist die vierte ermordete Journalistin in Mexiko seit Anfang des Jahres.

In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 80 Journalisten in Mexiko getötet. Die Morde seien im Laufe der Jahre immer grausamer geworden, so ROG. „Es scheint keinen Ausweg aus dem Horror zu geben. Das Land ist in einen totalen Krieg versunken und allein das Schreiben von Begriffen wie ‚Drogenhändler‘ oder ‚illegaler Handel‘ kann lebensgefährlich sein“, fährt die Organisation für Pressefreiheit fort. 

Macías war Chefredakteurin der Tageszeitung Primera Hora. Darüber hinaus berichtete sie in sozialen Netzwerken über das organisierte Verbrechen in der Region und bloggte unter dem Pseudonym „La Nena de Nuevo Laredo“ (übersetzt: „Die Kleine von Nuevo Laredo“). Nach den Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Tamaulipas wurde neben der Leiche von Macías unter anderem eine Drohbotschaft gefunden. Die Nachricht legt eine direkte Verbindung des Verbrechens zu der journalistischen Tätigkeit des Opfers nahe: „(...) ich bin La Nena de Laredo und ich bin hier wegen meiner und eurer Artikel (…) für diejenigen unter euch, die es nicht glauben wollen, dies ist mir wegen meiner Handlungen wiederfahren (...)“, heißt es in dem Schreiben. 

Vor Macías wurden in diesem Jahr bereits drei andere weibliche Reporterinnen in Mexiko ermordet: Am 26. Juli wurde in der östlich gelegenen Stadt Veracruz die Kolumnistin der regionalen Tageszeitung Notiver, Yolanda Ordaz de la Cruz, ermordet. Am 31. August wurden Rocio Gonzáles Trápaga, Mitarbeiterin des Medienunternehmens Televisa, und Ana María Marcela Yarce Viveros, die Gründerin und Reporterin des Wochenmagazins Contralínea im Park von Mexiko City tot aufgefunden. Die Reporterinnen wurden beim Verlassen ihres Büros gekidnappt und in der Nacht erwürgt.

Viele der Morde bleiben in dem mittelamerikanischen Land ungesühnt, die Täter straffrei. ROG fordert die internationale Gemeinschaft auf, bei den mexikanischen Behörden regelmäßig Rechenschaftberichte über deren Maßnahmen gegen die Straflosigkeit einzufordern. Zudem fordert ROG stärkere Waffenkontrollen, um zur Eindämmung der Gewalt in Mexiko beizutragen. 80 Prozent der Waffen, die in dem mittelamerikanischen im Umlauf sind, stammen aus den USA. ROG fordert die US-Regierung deswegen auf, drastische Waffenkontrollen einführen.

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