Iran 20.08.2009

ROG erleichtert über Freilassung der Journalistin Jila Baniyaghoob

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erleichtert über die Freilassung der iranischen Online-Journalistin Jila Baniyaghoob. Die Leiterin der feministischen Website Canon Zeman Irani (http://irwomen.net/) wurde am 19. August gegen eine Kaution von einer Million Toman (90.000 Euro) aus der Haft entlassen.

 

Die Reporterin war am 20. Juni zusammen mit ihrem Ehemann Bahaman Ahamadi Amoee verhaftet worden. Über den Verbleib von Amoee, der ebenfalls als Journalist tätig ist, sind bis heute keine genaueren Informationen bekannt. Berichten zufolge soll er sich in Einzelhaft im Teheraner Evin-Gefängnis befinden.

 

Zurzeit sind noch immer 34 Journalisten und Blogger in iranischen Gefängnissen. Besonders besorgt ist ROG über die Lage des Journalisten Ahmad Seydabadi, der nach einem 17-tägigen Hungerstreiks ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Seydabadi war nach seiner Festnahme am 14. Juni in Isolationshaft gehalten worden: „Ich wurde 35 Tage lang in einer Zelle festgehalten, die so klein wie ein Grab war, hörte nichts und sah niemanden“, hatte Seydabadi gegenüber seiner Familie erklärt.

ROG verurteilt außerdem die anhaltende Repression gegen Printmedien im Iran. Am 17. August musste die Produktion der Tageszeitung Etemad-e Melli auf Anweisung der Behörden eingestellt werden. Die Zeitung, die vom ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karubi herausgegeben wird, hatte Berichte über Folter und Vergewaltigungen in iranischen Gefängnissen veröffentlicht.

Das Büro der Staatsanwaltschaft in Teheran kontrolliert Zeitungen seit dem ersten Tag nach der Präsidentschaftswahl. Sämtliche Inhalte werden vor Veröffentlichung geprüft. In den vergangenen zwei Monaten wurde Etemad-e Melli aufgrund der Zensur mehrmals mit leeren Spalten abgedruckt.

Weitere Informationen:
Anja Viohl
Tel.: 030 615 85 85










 

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