Iran 24.08.2011

ROG fordert Auskunft über Verbleib des Bloggers Gudarsi/ Mussawi und Karubi unter Hausarrest

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist besorgt über den Verbleib des Bloggers Kuhjar Gudarsi. Der iranische Student und Menschenrechtsaktivist wurde am 1. August festgenommen – am selben Tag, an dem der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed, nach Teheran einreiste. Von offizieller Seite aus wurde weder der Grund für die Verhaftung genannt noch der gegenwärtige Aufenthaltsort des Bloggers bekanntgegeben.

Außerdem stehen zwei ehemalige Präsidentschaftskandidaten der Opposition und Zeitungsbesitzer zusammen mit ihren Frauen seit sechs Monaten unter Hausarrest.

Der Blogger Kuhjar Gudarsi ist eines der jüngsten Opfer der im Iran seit Jahrzehnten verbreiteten Praxis des „Verschwindenlassens“. Zu dieser Praxis gehören nach dem „Internationalen Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen“ ebenfalls willkürliche Verhaftungen und das Festhalten von politischen Gefangenen in Einzelhaft ohne Auskunft über das Schicksal oder den Verbleib.

Einen Tag nach dem Verschwinden von Gudarsi wurde außerdem seine Mutter verhaftet. Vier Personen in Zivilkleidung verschafften sich gewaltsam Zutritt zu ihrem Haus und brachten sie in das Gefängnis in der südöstlichen Stadt Kerman.

Seit sechs Monaten stehen außerdem die zwei ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Opposition Mir Hossein Mussawi und Mehdi Karubi zusammen mit ihren Ehefrauen unter Hausarrest. Mussawi und Karubi waren die Besitzer der mittlerweile geschlossenen Zeitungen Kalameh Sabas und Etemad Melli. Karubis Ehefrau gab das verbotene Magazin Iran Dochte heraus. Ihnen ist jeglicher Kontakt zur Außenwelt untersagt.

ROG unterstützt eine Petition zur Freilassung von Mussawi, Karubi und ihren Frauen. Der Appell wurde von hundert führenden iranischen Persönlichkeiten unterzeichnet. Die Unterzeichner rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, Druck auf die iranische Regierung auszuüben, um so eine Aufhebung des Hausarrests zu erwirken.

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