Ägypten 10.02.2011

ROG unterstützt weltweiten Aktionstag für demokratischen Wandel / Kundgebung vor Brandenburger Tor

Einen Tag nach dem Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak fand die zentrale Kundgebung für den demokratischen Wandel in Ägypten am 12. Februar vor dem Brandenburger Tor statt.

Reporter ohne Grenzen (ROG) rief zusammen mit acht weiteren Organisationen zu weltweiter Solidarität mit den Demonstrierenden in Ägypten auf und appellierte an die internationale Gemeinschaft und insbesondere die Bundesregierung, entschieden für den demokratischen Wandel in Ägypten einzutreten.

Fotos von der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor 

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Pressemitteilung vom 10.2.2011

 

Reporter ohne Grenzen (ROG) ruft gemeinsam mit acht weiteren Organisationen zur Teilnahme an einer Kundgebung für einen Wandel in Ägypten auf. Die Protestveranstaltung für Menschenrechte, Reformen und ein Ende der Unterdrückung in dem nordostafrikanischen Land findet am Samstag, den 12. Februar 2011, von 13 bis 14 Uhr vor dem Brandenburger Tor am Pariser Platz statt. Sie ist Teil eines internationalen Aktionstages: Am 12. Februar 2011 versammeln sich Menschen auf der ganzen Welt, um ihre Solidarität mit den Ägypterinnen und Ägyptern auszudrücken.

Hunderttausende haben in Ägypten in den vergangenen Wochen friedlich für ihre Rechte und einen demokratischen Wandel demonstriert. Polizisten und Sicherheitskräfte gingen gegen die Protestierenden oft mit brutaler Härte vor. Viele wurden getötet, mehrere Hundert verletzt. Die ägyptische Regierung ignoriert seit mehr als 30 Jahren die Menschenrechte systematisch. Menschen werden ohne richterlichen Beschluss inhaftiert und routinemäßig misshandelt und gefoltert, einige bis zum Tod. Nur selten werden die Täter dafür zur Rechenschaft gezogen.

Die Pressefreiheit wird ignoriert und Demonstrationen mit Gewalt verhindert. Nach Informationen von ROG sind seit dem 2. Februar mindestens 79 Journalisten, die über die Proteste berichten wollten, angegriffen worden. Ein Journalist wurde getötet. ROG dokumentiert außerdem 76 Festnahmen von Medienmitarbeitern. Nach letzten Informationen sind alle Journalisten mittlerweile wieder freigelassen worden.  

Reporter ohne Grenzen, Amnesty International, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag, Bonn International Center for Conversion, Deutscher Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg, Egyptian-German Network for Changing Egypt, Gesellschaft für bedrohte Völker, Human Rights Watch und medico International rufen gemeinsam zu der Kundgebung in Berlin auf und appellieren: Setzen Sie ein Zeichen der Solidarität und Unterstützung für die Protestierenden in Ägypten!

Christian Rickerts, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, steht bei der Kundgebung für Interviews zur Verfügung.

Für weitere Informationen und Interviewwünschen im Vorfeld wenden Sie sich bitte an:

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