Pakistan 01.06.2011

ROG verurteilt Mord an Journalisten

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die Ermordung des seit mehreren Tagen vermissten Journalisten Syed Saleem Shahzad. Am 31. Mai wurde der Büroleiter der Asia Times Online etwa 130 Kilometer süd-östlich der Hauptstadt Islamabad tot aufgefunden. 

Zuletzt wurde Shahzad am 29. Mai gegen 18 Uhr abends gesehen, als er sein Haus in Islamabad verließ. Der Journalist hatte sich durch seine investigativen Recherchen über militante islamistische Gruppen einen Namen gemacht. Er scheute sich auch nicht, über mögliche Verbindungen von Al-Qaida und der pakistanischen Armee zu berichten.  

„Wir sind fassungslos angesichts der Todesnachricht“, so ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard. „Shahzad war ein erfahrener Journalist, der über sensible Themen berichtete. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er mit seiner Berichterstattung Personen innerhalb der Regierung oder der Armee gegen sich aufbrachte. Wir fordern den pakistanischen Präsidenten und Premierminister auf, den Mord auf das Schärfste zu verurteilen und alles dafür zu tun, damit die Verantwortlichen identifiziert und ohne Verzögerung vor Gericht gestellt werden“, so Julliard. 

ROG hatte gemeinsam mit der Internationalen Journalistenföderation kurz nach dem Verschwinden von Shahzad einen Brief an den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari und den Regierungschef Jusuf Raza Gilani geschickt und die beiden aufgefordert, umgehend eine Suche nach dem Journalisten zu starten. 

Polizisten entdeckten am 31. Mai das Auto des Enthüllungsjournalisten mit dessen Leiche darin in der Stadt Sarai Alamgir in der nordöstlichen Region Punjab. Mit Shahzad sind seit Beginn des Jahres 2010 bislang 16 Journalisten in Pakistan getötet worden. Damit gehört das Land zu den weltweit gefährlichsten für Medienmitarbeiter. 

Lesen Sie hier die ausführliche englische Pressemitteilung. 

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