10.04.2006

Sechs Journalisten wieder frei

Seit Ende vergangener Woche sind sechs Journalisten, die über verbotene Demonstrationen in Minsk berichtet hatten, wieder auf freiem Fuß. Der Kanadier Frédérick Lavoie, der u.a. für die kanadische Tageszeitung „La Presse“ arbeitet, konnte das Gefängnis in Minsk am Freitagabend verlassen. Er wurde von zwei Botschaftsangehörigen begleitet und sollte abgeschoben werden.

Am Samstagmorgen kam der Georgier Georgiy Lagidze frei, der als Kameramann für den georgischen Fernsehsender „Channel I“ arbeitet. Er sagte gegenüber Reporter ohne Grenzen, er stehe nach seiner Verurteilung zu zwei Wochen Gefängnis noch immer unter Schock. Auch der Fotograf Artiom Liava von der weißrussischen Wochenzeitung „Nasha Niva“ wurde am Samstagmorgen nach zwei Wochen Haft entlassen, zu denen er für seine Berichte über die Pro-Demokratie-Demonstrationen vom 24. März verurteilt wurde.

Die russischen Journalisten Eduard Glezin und Oleg Kozlovskii von der Zeitung „Pravoe Delo“ sowie Aleksandr Podrobinek von der unabhängigen russischen Nachrichtenagentur „Prima News“ kamen ebenfalls am Freitag frei und wurden von den Minsker Behörden abgeschoben.

Mindestens 26 Journalistinnen und Journalisten wurden nach den Präsidentschaftswahlen vom 19. März wegen ihrer Berichte über Demonstrationen festgenommen und zum Teil zu fünf bis 15 Tagen Gefängnis verurteilt. Siehe auch Pressemitteilung vom 28.3.2006.

Weitere Informationen:
Katrin Evers
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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