Türkei 18.07.2007

Sechs Monate nach Mord an Hrant Dink: ROG fordert weitere Ermittlungen

Ein halbes Jahr nach dem Mord an dem türkisch-armenischen Journalisten und Herausgeber Hrant Dink fordert Reporter ohne Grenzen erneut die vollständige Aufklärung des Falles. „Wir appellieren an die Behörden, in alle Richtungen weiter zu ermitteln. Die nächste Anhörung am 1. Oktober ist eine Bewährungsprobe für das juristische System der Türkei.“

Hrant Dink, Herausgeber der türkisch-armenischen Wochenzeitung „Argos“, war am 19. Januar vor seinem Büro in Istanbul erschossen worden. Das Verfahren gegen 18 Angeklagte wurde am 2. Juli eröffnet. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Hintermänner der Tat nicht darunter sind. „Alle, die eine Rolle spielten, müssen benannt und zur Rechenschaft gezogen werden, wenn nötig auch Angehörige der türkischen Sicherheitskräfte“, so ROG. „Die Justiz muss die möglichen Verstrickungen zwischen Militär, Polizei und weiteren Beamten offen legen.“

Die 18 Männer, die in Istanbul vor Gericht stehen, stammen alle aus Trabzon am Schwarzen Meer. Die Stadt ist als ultra-nationalistische Hochbug bekannt. Der jüngste Angeklagte, der 17-jährige Ogün Samast, hat die tödlichen Schüsse auf Dink abgefeuert. Die beiden, die ihn zu der Tat angestiftet haben sollen, Erhan Tuncel und Yasin Hayal, müssen mit lebenslangen Haftstrafen rechnen. Den 15 weiteren Angeklagten wird Mittäterschaft vorgeworfen. Reporter ohne Grenzen wird den Prozess weiter vor Ort beobachten.







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