12.08.2008

Seit Beginn der Kämpfe vier Journalisten getötet, vier vorübergehend verhaftet

Der niederländische Kameramann Stan Storemans („RTL 4“) wurde gestern Abend bei einem russischen Bombenangriff auf die georgische Stadt Gori getötet, sein Kollege und Moskaukorrespondent des Senders, Jeroen Akkermans, erlitt Verletzungen. Ebenfalls gestern starben ein georgischer Reporter der russischen Ausgabe von „Newsweek“ und sein Fahrer, als eine Granate ihr Fahrzeug im Zentrum von Gori traf.

Bereits am 10. August wurden die georgischen Journalisten Grigol Chikhladze, Chef von „Alania TV“, und Alexander Klimchuk, Chef der Nachrichtenagentur „Caucasus Press Images“ sowie Korrespondent der „Agenur Itar-Tas“, von ossetischen Unabhängigkeitskämpfern erschossen, als sie eine Straßensperre umfahren wollten.

„Vier Journalisten und ein Fahrer kamen seit Beginn der Kampfhandlungen in Südossetien schon ums Leben. Mindestens vier weitere Journalisten wurden verletzt“, sagte Reporter ohne Grenzen (ROG). „Diese Zahlen sind erschreckend. Alle an den Kämpfen beteiligten Parteien müssen sicherstellen, dass ihre Truppen die Arbeit der Medien respektieren und Journalisten nicht zur Zielscheibe machen.“

Die russische Armee hatte zudem vier türkische Reporter in Südossetien für mehrere Stunden festgehalten und befragt. Inzwischen sind Hilmi Hacaoglu vom türkischen Sender„NTV“ und sein Kameramann Cumhur Catkaya wieder frei, ebenso wie Levent Oztürk vom türkischen Sender „Kanaltürk“ und dessen Kameramann Giray Ervin.

Reporter ohne Grenzen hatte die umgehende Freilassung der vier Journalisten gefordert und erneut darauf hingewiesen, dass Kriegsberichterstatter als Zivilisten gelten und als solche international geschützt sind. „Sie dürfen nicht wegen ihrer Arbeit angegriffen oder festgenommen werden“, so ROG.

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