Iran 12.10.2010

Spanische Korrespondentin muss Land verlassen / Möglicherweise zwei deutsche Journalisten festgenommen

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die Ausweisung der Korrespondentin der spanischen Tageszeitung El País, Ángeles Espinosa, aus dem Iran. Die Behörden der Islamischen Republik haben der Journalistin am 10. Oktober 2010 die Aufenthaltserlaubnis ohne Erklärung entzogen. Damit muss Espinosa den Iran innerhalb von zwei Wochen verlassen.

Die Korrespondentin war seit fünf Jahren im Iran akkreditiert. „In einer Zeit, in der die Regierung ihre massiven Repressionen gegen einheimische Medien fortsetzt, ist die Rückkehr der Zensur gegen die ausländische Presse besonders beunruhigend“, so ROG.

Wie der iranische Generalstaatsanwalt Gholam Hossein Mohseni Edscheie gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur INSA sagte, sind zudem zwei ausländische Journalisten festgenommen worden.

 

Nach den Angaben des „Internationales Komitee gegen die Steinigung“ könnte es sich dabei um zwei deutsche Reporter handeln. Die beiden Männer hätten in der westiranischen Stadt Täbris am 10. Oktober 2010 ein Interview mit dem Sohn von Sakineh Mohammadi Aschtiani geführt und sind möglicherweise währenddessen verhaftet worden. Der Fall der wegen „Ehebruch“ zum Tod durch Steinigung verurteilten Aschtiani geht seit Monaten durch die Medien. Auch der Anwalt der Frau und ihr Sohn seien festgenommen worden.


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